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Herr Eichinger, übernehmen Sie!

Bruno Ganz als Chamberlain, Sky Dumont als Hans Oster und Jan Josef Liefers als Hans “Dampf” Gisevius — und fertig ist die Septemberverschwörung für’s Kino. Im Titel-Magazin steht, wie so was geht.

Landgemeinschaft

Morgens neun Uhr, es klingelt im Stakkato. Der stets freundlich lächelnde Paketbote überreicht mir das Päckchen mit elegantem Schwung. Im Titel-Magazin steht, was sich darin befindet.

Ausflug zum Nachbarn

Die Maschinen werden nicht schlau aus dem Mars: Sie stürzen ab, hören auf zu arbeiten, schürfen nicht tief genug, erkennen die Stoffe nicht, bleiben im Sand stecken. Die Menschen werden irre am Mars. Sie starren zu ihm hinüber, warten auf … eine Erscheinung? Fürchten Sie ein Zeichen aus der Ferne? Die Gesichter und Artefakte verschwinden, sobald wir sie in den Blick nehmen. Mars entzieht sich, als sei er ein Gott und nicht bloß der vierte Stein der Sonne.

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Klageschrift

Strachwitz hatte dieses Gefühl bereits einmal gespürt. Es war wohl vor einem Jahrzehnt gewesen, als er über Monate hinweg den Tag mit einem Blick in den Abfall begonnen hatte. Abfall für alle. Kein Tag war für Strachwitz zufriedenstellend gewesen, wenn er nicht den Abfall betrachtet hatte. Auch damals war anlässlich des Verschwindens des Blogs dieses Gefühl des Verlusts entstanden. Als ob etwas Wichtiges fehlen würde, hatte er Carus am Telefon gesagt. Wie eine Amputation oder wie ein Liebesverlust? hatte Carus einige Tage später in einem Brief zurückgefragt. Das Gefühl einer Amputation. Dieses Gefühl, das Strachwitz auch vor wenigen Tagen wieder gespürt hatte, als er in der Klage gelesen hatte, dass die Klage zum Zeitpunkt seines Berlinbesuchs bereits beendet sein würde. Er würde nicht einmal mehr einen Besuch auf der Abschiedsparty geschafft haben können, denn als Strachwitz von der bereits stattgefunden habenden Feier gelesen hatte, war er gerade von einem gemeinsamen Parisaufenthalt mit Knobelsdorff zurück und einige Tage ohne Internet gewesen. Tage ohne Klage. Bis auf weiteres, hatte Strachwitz nickend gemurmelt, ehe er sich in die abgedunkelte Bibliothek zurückgezogen hatte, die weiße Flügeltüre langsam hinter sich schließend.

Der Mann des Jahrhunderts

Am 28. Juni 1912 reisen der Versicherungsangestellte Dr. jur. F. Kafka und der Postangestellte Dr. jur. M. Brod von Prag nach Leipzig zu einem Treffen mit den Verlegern Ernst Rowohlt und Kurt Wolff. Die beiden jungen Autoren benutzen für die Verhandlungen eine erprobte Arbeitsteilung: Zunächst redet Brod mit den beiden Verlegern allein; dann, am Nachmittag, wird Kafka hinzu gebeten. Durch Brod wohl vorbereitet, sind die Verleger stark interessiert; eine Situation, die der in eigener Sache stets skrupulöse Dr. Kafka niemals hätte aushandeln können. Rowohlt und Wolff versprechen, das erste Buch des Autoren zu veröffentlichen. Dr. Kafka verspricht, bald ein Manuskript zu senden. Danach verlassen die beiden Leipzig. (Weiter)

Die Kunst des Trios

… ist die Langeweile. Oder? Der Jazzpartisan klärt auf.

Deutsche Novellen

“Roman” — welch ein böses Wort. Mit Bedeutung getränkt, vollgesogen mit der Schwere ganzer Bibliotheken, ist es ein altes Wort mit einer langen Begriffsgeschichte. Unmöglich, eine gültige, alle Facetten ausschöpfende Definition zu geben. Doch gerade die Offenheit des Begriffs ist seine Hauptbedeutung. Denn inzwischen ist er gängige Gattungsbezeichnung für jede Art von Prosa. Praktisch alles kann ein Roman sein; angefangen bei ein paar hundert Zeilen Blocksatz (Flattersatz wäre Lyrik) bis hin zu einem mehrtausendseitigen Weltdarstellungsmonster. (Weiter)

James Last in Los Angeles

Natürlich gab es einen Partyraum im Keller. Die Treppe hinunter, dann geradeaus, durch die schmale Türe hindurch. Eine kleine Katakombe …

Warum James Last in Los Angeles war und was das mit einem Partyraum im Keller zu tun hat — das erzählt der Jazzpartisan. In diesem Blog erscheinen in Zukunft alle Artikel zu Musik, in den Denkschriften gibt es nur noch Querweise darauf.

Gegen die Nacht

“Na?” Ich erkenne Myriams leicht kehlige, ins Dunkle gehende Stimme sofort, auch um diese Zeit. In San Francisco ist es halb acht Uhr abends und ihre Schicht in der Cafeteria endet gerade. Dort gibt es nur ein Münztelefon, deshalb ruft sie mich kurz an und ich rufe zurück — eine Stunde Reden für 60 Mark.

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Geburt einer Lichtgestalt

Den preisgekrönten Text über die endgültige Verkürbissung des Hl. Daniel gibt es beim Titel-Magazin. Aber auch die anderen Siegertexte (hier und hier) sind äußerst empfehlenswert.