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Ich grolle nicht

Die Musik der Romantik, vor allem die Lieder und die kammermusikalischen Klavierstücke gehören zu meinen heimlichen Favoriten. Sie müssen aber erheblich interpretiert werden – also dunkel, unruhig, ohne Angst vor Gefühl. Sie dürfen nicht zum verwaschen säuselnden Klingklangklong eines kulturbeflissenen Provinzmusik-Abendprogramms erstarrt sein.

Wie so etwas gehen kann, zeigt uns älteren Romantikern die kaum glaubhaft 16jährige Anja Plaschg aus (woher wohl) Wien (woher sonst) am Beispiel des Schubertlieds Im Dorfe. Noch präziser kann man eines der “schauerlichen Lieder” nicht in das 21. Jahrhundert transponieren.

Auch wenn der merkliche Hype um Anja Plaschg den Beigeschmack des Onkelhaften trägt, halte ich sie für ein großes Talent. Sie arbeitet unter dem Projektnamen Soap&Skin an ihrer eigenen Definition eines Genres irgendwo zwischen “Elektronischer Musik” und “Minimal Music”. Demnächst veröffentlicht sie ihr erstes Album für Shitkatapult und wird somit Label-Kollegin des von mir ebenfalls sehr geschätzten Apparat.

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