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Auch ein Grenzgänger

Laurent de Wilde ist Jazzpianist und wie viele Musiker seines Alters auch durch elektronische Musik geprägt. Er komponiert und musiziert an der Grenze zwischen den Genres. De Wilde arbeitet mit Dancebeats und spielt einen frech groovenden Sound, der Puristen abschrecken wird. Der Franzose gehört zu den zahlreichen Jazz-Musikern, die mit dem aktuellen Status des Jazz als Hort der intellektuell unterfütterten, aber stockkonservativen Kulturpflege unzufrieden sind – wie beispielsweise auch das Trio Medeski, Martin & Wood, das den Jazz durch das Prinzip “Garagenband” erweiterte.

Das Album “The Present” (2006) befindet sich an der Schnittstelle von Jazz und Club. Es ist alles da: Groove, Swing, Pulse und sogar ein kurzes, erfrischendes Snare-Gewitter, das de Wilde von seinen Auftritten mit einer Drum&Bass-Truppe mitgebracht hat. Eine Erinnerung an die Zeiten, in denen zu Jazz noch getanzt wurde und die Musiker oft keine Noten, aber die Stimmung der Clubber lesen konnten.

“PC Pieces” (2007) ist eine fruchtbare und kongeniale Kooperation mit dem Elektroniker Otisto 23. Die beiden verbinden Jazz und minimalistischen Breakbeat-Dub zu einer darken und nie langweiligen Reise in den Klang. Mal ist die Elektronik im Vordergrund, mal ein geisterhaft irisierendes Piano, das tönt, als habe es John Cage persönlich präpariert. Bei mir in der Dauerrotation!

Laurent de Wilde - The Present Laurent de Wilde & Otisto 23 - PC Pieces

Im akustischen Jazz ist es sehr schwer, eine eigene Stimme zu entwickeln. Was hingegen in der Elektronik passiert, ist kreativ und neu. So begann ich mich für diese Musik zu interessieren. Es ist sehr aufregend, ein Terrain ohne Regeln und Tradition zu betreten. (Laurent de Wilde)

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