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Allein in deiner Wüste

Ein kleiner Abhang öffnet sich vor mir. Hier finde ich den ruhigen Ort. Eine Lichtung aus frisch gemähtem Gras, niedriges Buschwerk darum, ein paar Bäume. Ich lege mich, döse bald ein. Langsam verschwindet das Geschnatter und Getrommel, das Kreischen und Rufen aus meinen Kopf. Der Wind streicht über mein Gesicht, ein sachtes Brausen schwillt auf und ab. Ich sehe durch halb geschlossene Augen, wie sich Zweige und Äste in den Wind recken. Das Rauschen drängt sich in den Vordergrund, kraftvoll erfüllt es meinen Kopf. Mein Blick saugt sich an immer heftiger peitschenden Ästen fest. Nur das Prasseln und Grollen der Blätter. Da sind Leute. Sie schauen mich an, warten ab. Sie schweigen.

Marianne Fritz * 14. Dezember 1948, † 1. Oktober 2007

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