Die Klause unter der Küche

Das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, stammt aus den frühen 1950er Jahren. Es bot seinen Bewohnern damals nur knapp 90 Quadratmeter Platz; zwei kleine Wohnungen mit zwei Räumen und je einer winzigen, wohl nur drei Meter langen und etwas mehr als zwei Meter breiten Küche. Im Obergeschoss war sie nicht ausgebaut, sie wurde dann später mein erstes, winziges Kinderzimmer. Im Erdgeschoss war der Raum schon bald zu klein und meine Großeltern — die Erbauer dieses Hauses — fassten einen Entschluss: Nachdem sie die Hypothek ein Jahrzehnt lang abgetragen hatten, wollten sie an die Küche ein Esszimmer mit einer großen Fensterfront anbauen, ein Bau mit einem Geschoss und einem Flachdach.

Der Grundriss unseres Hauses wiederholte sich auch im Keller, allerdings mit einer bemerkenswerten Ausnahme. Der Anbau war nicht mehr unterkellert, musste aber einen Sockel haben, damit das Esszimmer direkt an das Hochparterre der Küche angeschlossen werden konnte. So entstand darunter eine niedrige Höhle, in der niemand stehen konnte. Mein Großvater nutzte den recht großen Verschlag als Lager für Bohlen, Latten, eiserne Zaunpfähle und manch anderes Material, denn diese Kaverne war nur über das ehemalige Fenster im Raum unter der Küche zugänglich — der Werkstatt meines Großvaters. „Die Klause unter der Küche“ weiterlesen