Der letzte Triumph

Im Laufe des Jahres 310 n. Chr. gelingt es Marcus Aurelius Valerius Maxentius, einen der fünf weiteren Kaiser, die ihm die 306 von den Prätorianern verliehene Kaiserwürde streitig machen, in einer Militäraktion zu vernichten. Sein Prätorianerpräfekt Volusianus erobert die Provinz Africa und erwürgt den Usurpator Lucius Domitius Alexander. Doch die politische Lage ist auch weiterhin verworren. Offiziell besteht die von Diokletian eingeführte Tetrarchie aus zwei Augusti und zwei Caesares noch, wenn auch zwei weitere Kaiser Teile des Imperiums an sich gerissen haben. Maxentius ist einer davon. Er ist der Sohn des 308 verstorbenen Tetrarchen Maximian und leitet daraus ein Regierungsrecht ab. Africa gehörte zu seinem Herrschaftsbereich, bevor es Domitius Alexander usurpierte. Doch mit seinem Tod ist die Krise beendet, und Rom wird wieder mit Getreide aus dem reichen und fruchtbaren Nordafrika beliefert. Maxentius kann nun seinen ersten Triumph feiern. „Der letzte Triumph“ weiterlesen

Bildbeschreibung

Der sepiabraune Hintergrund lässt nur wenige Details erkennen. Es könnte eine Ziegelmauer sein oder eine Holzwand oder ein aufgespanntes Tuch, oder es könnte ein Felsen sein. Er lächelt. Die Schutzbrille ist über die Stirn geschoben, und die linke Hand verharrt noch in der Bewegung, neben dem Kopf, mit halb geöffneten Fingern. Die Haare sind bedeckt von einer eng anliegenden Haube aus dünnem Leder. Lässig stützt er sich auf ein Motorrad mit einem eckigen Rahmen und schmalen Speichenrädern. Die Hüfte lehnt am Tank, die rechte Hand hält das Horn des Lenkers. Die schwarze Lederjacke ist geschlossen, darunter helle Hosen, die in Stiefeln mit einem grob wirkenden Spangenverschluss stecken. Er ist hoch gewachsen, mit langen Beinen und einem schmalen, aristokratischen Oberkörper. Durch das Lächeln treten zwei scharfe Falten links und rechts des kurz geschnittenen Schnurrbarts hervor. Hoch stehende Wangenknochen und ein kantiges Kinn lassen ihn verwegen aussehen. Mit intensiven, hellen Augen blickt er links am Betrachter vorbei. Dann richtet er sich auf und geht langsam aus dem Bild.

(2003)